Umweltskandal am Fliegerhorst: Bürgerverein deckt massive Giftbelastung auf – Gruppe „für Oldenburg“ fordert sofortige Aufklärung
29.08.2026Der ehemalige Fliegerhorst in Oldenburg kommt nicht zur Ruhe. Was als zukunftsweisendes Projekt geplant war, entwickelt sich immer mehr zu einem umweltpolitischen Lehrstück über blockierte Aufklärung. Neue, alarmierende Laborergebnisse des Vereins für nachhaltige Stadtentwicklung Oldenburg e.V. zeigen nun eine massive Schadstoffbelastung nahe der ehemaligen Schießbahn. Sie bestätigen genau das, wovor ich und Ende 2024 dann die Ratsgruppe „für Oldenburg“ bereits seit Jahren warnt – und werfen gleichzeitig ein extrem kritisches Licht auf das Krisenmanagement von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Die Laborergebnisse: Ein erschreckender Befund
Der ehrenamtliche Bürgerverein hatte Ende August 2026 eigene Proben aus der angrenzenden Flugplatzbäke entnehmen und durch ein zertifiziertes Fachlabor analysieren lassen. Die Ergebnisse sind ein Schock für den Umweltschutz und die Anwohner.
Als Vorstandsmitglied des Vereins habe ich mich natürlich für diese unabhängige Untersuchung ausgesprochen – ein Schritt, der sich jetzt als bitter nötig erwiesen hat. Die Analysen dokumentieren, dass hochgradig gesundheitsgefährdende und krebserregende Stoffe in die Umwelt gelangen:
Der dringende Verdacht: Es besteht der Verdacht, dass Witterung und mangelnde Sicherung giftige Stoffe aus dem Bereich der ehemaligen Schießbahn in die umliegenden Gewässer gespült werden.
Die Geschichte des Schießstands: Jahrelanges Wegsehen
Die Belastung kommt nicht von ungefähr. Die historische Nutzung der Schießbahn hinterließ ohnehin Altlasten. Doch statt diese fachgerecht zu sanieren, besteht nach wie vor der Verdacht, dass bei den Bauarbeiten für das neue Wohnviertel massenhaft illegale Abfälle wie asbesthaltiges Material, kontaminierter Asphalt und teerhaltiger Bauschutt im Boden verklappt und oberflächlich mit Mutterboden abgedeckt wurden.
Obwohl Insider, Medienberichte und auch die Staatsanwaltschaft Osnabrück das Gelände im Visier hatten, blieben umfassende, behördliche Untersuchungen des Oberflächenwassers und der Bachsedimente durch die Stadt Oldenburg aus.
Verhinderungstaktik im Rathaus
Das Verhalten von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann in dieser Krise sorgt für massiven Unmut. Statt die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen und eine lückenlose, transparente Aufklärung voranzutreiben, blockierte der Oberbürgermeister notwendige und tiefgreifende Untersuchungen monatelang – oft mit fadenscheinigen Argumenten. So verwies die Verwaltung stets darauf, dass das tiefere Grundwasser keine Gefahren anzeige, während die akute Kontamination der Oberflächengewässer und Bachläufe schlichtweg ignoriert wurde.
Besonders brisant: Anstatt Steuergelder direkt in die lückenlose Aufklärung und die Beseitigung der Gefahrenquellen zu investieren, nahm der Oberbürgermeister lieber viel Geld in die Hand, um ein teures Gegengutachten in Auftrag zu geben. Diese sollten die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft entkräften und die Situation beschwichtigen. Seit August 2025 gibt es einen Beschluss des Rates, der die Stadt auffordert den Schießstand zu untersuchen, aber bis heute wurde der Beschluss nicht umgesetzt. Es entsteht der Eindruck, dass versucht wird, dass Thema aus dem Wahlkampf rauszuhalten, denn die SPD hat auch im August 2025 gegen diesen Antrag gestimmt.
Gruppe „für Oldenburg“ erzwingt Handeln per Dringlichkeitsantrag
Dieses gefährliche Zögern und Täuschen der Stadtspitze will ich nicht länger hinnehmen. Mit einem gezielten Dringlichkeitsantrag im Oldenburger Stadtrat haben wir den Druck auf die Verwaltung nun drastisch erhöht.
Der Antrag fordert ein sofortiges, transparentes Handeln der Stadtverwaltung. Die Blockadepolitik des Oberbürgermeisters muss beendet und die neuen Laborbefunde müssen vollumfänglich in die behördlichen Ermittlungen einbezogen werden. Die Stadt Oldenburg ist nun gesetzlich und moralisch in der Pflicht, das Gelände der Schießbahn endlich lückenlos zu untersuchen, die illegale Giftmüllkippe zu sanieren und die Gefahr für Mensch und Natur abzuwenden.
Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und der Schutz unserer Gewässer dürfen nicht länger politischer Taktik und Budget-Schachereien zum Opfer fallen.