13.08.2024

Anfrage Exkursion der Gesellschafter*innen der Stadionplanungsgesellschaft

Oldenburg, den 13. August 2024

Anfrage Exkursion der Gesellschafter*innen der Stadionplanungsgesellschaft

Sehr geehrter Herr Krogmann,

ich habe erfahren, dass die Stadionplanungsgesellschaft eine Exkursion zu drei Stadien und über 3 Tage plant.

Nach meinem Kenntnisstand von letzter Woche soll es sich hier um die Stadien Offenbach, Regensburg und Chemnitz handeln.

Es macht mich etwas fassungslos, zu sehen, wie hier mit Geldern der Steuerzahler*innen umgegangen wird. In Anbetracht dessen, dass 

  1. die Planung und der Beteiligungsprozess noch nicht abgeschlossen sind
  2. mit einer Klage zu rechnen ist,

somit also der Bau eines Stadions noch längst nicht gewiss ist, sollte etwas sensibler mit diesem Thema umgegangen werden. Ich denke, dass auch andere Ratsmitglieder mitbekommen haben, dass ein Stadionbau in der Stadt sehr kontrovers diskutiert wird.

Ich halte Exkursionen grundsätzlich für wichtig und mir würden viele Bereiche einfallen, die für Ausschussmitglieder wichtig wären, um die Stadt für die Zukunft fit zu machen; um sich von anderen Städten inspirieren zu lassen und von deren Erfahrungen zu lernen. Hier erscheint es mir allerdings etwas verfrüht und auch nicht notwendig. Alle Informationen zu den Stadien können auch durch Online-Konferenzen eingeholt werden. Ein Kontakt zur Bürgerinitiative könnte vielleicht auch weiterhelfen, denn hier wurde bereits viel Informationsmaterial zusammengestellt.

Zur geplanten Exkursion habe ich nun folgende Fragen:

  1. Stimmt meine o.g. Information (3 Stadien an 3 Tagen)?
  2. Wie ist die Auswahl der Stadien zustande gekommen?
  3. Wer wird von der Stadionplanungsgesellschaft an der Fahrt teilnehmen? (Funktion und Anzahl der Personen)
  4. Werden auch Gesellschafter des VfB Oldenburg, Mitglieder der Fan-Gruppe oder der Geschäftsführer des VfB Oldenburg oder andere (eventuell Spieler) daran teilnehmen? Wenn ja, warum ?

         (Bitte Anzahl und die Funktion der Personen nennen)

  1. Welche Kosten werden der Stadionplanungsgesellschaft (der Stadt Oldenburg) bzw. den Steuerzahler*innen dadurch entstehen?

Für eine baldige Antwort bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Vally Finke

Parteiloses Ratsmitglied der Stadt Oldenburg

Antwort

Geplante Stadionbereisung der Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG

Ihre Anfrage vom 13.08.2024

Sehr geehrte Frau Finke,

die Notwendigkeit einer Stadionbereisung beurteile ich grundsätzlich anders als Sie.

Der Rat der Stadt Oldenburg hat den Neubau eines Stadions an der Maastrichter Straße beschlossen. Die vorbereitenden Maßnahmen für die Ausschreibung des Projektes im Totalunternehmer-Verfahren wurden eingeleitet und in der Gesellschafterversammlung der Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG bzw. der Stadionplanungsgesellschaft diskutiert. In diesem Rahmen wurde auch eine Bereisung verschiedener Stadionprojekte vereinbart, um für die anstehenden Entscheidungen zur Ausschreibung den verantwortlichen Gesellschaftervertretern Einblicke in andere, abgeschlossene, Stadionprojekte zu eröffnen. Der persönliche Austausch mit den lokalen Verantwortlichen zu den ähnlichen Fragestellungen wie in Oldenburg wird gewinnbringend sein. Weiterhin sollen die Begehungen der vergleichbaren Stadien den Teilnehmenden eigene Eindrücke ermöglichen, wie Planungs- und Nutzungsideen baulich umgesetzt werden können und welche Vor- und Nachteile sich aus unterschiedlichen Lösungsmodellen ergeben. Der gewählte Zeitpunkt der Bereisung im September 2024 ist deshalb genau richtig 

Konkret ist vom 15.09.2024 bis 17.09.2024 die Bereisung von drei Stadien geplant.

An der Stadionbereisung können die Mitglieder der Gesellschafterversammlung, die Geschäftsführung und die Mitarbeitenden der Gesellschaft und ein Vertreter der Verwaltung teilnehmen. Dem Wunsch des künftigen Ankermieters VfB Oldenburg, die Bereisung auf eigene Kosten begleiten zu dürfen und auf diesem Wege Informationen für die eigenen Planungen zu erhalten, wurde mit einer Begrenzung der Personenzahl auf drei entsprochen.

Da sich vergleichbare, neuere Stadionprojekte nur in Süd- bzw. Ostdeutschland finden und damit die Reisezeiten entsprechend lang sind, sieht die Reiseplanung den genannten Zeitraum vor. In den drei Tagen sind das Stadion Am Bieberer Berg in Offenbach, das Stadion an der Gellertstraße in Chemnitz und das Jahnstadion in Regensburg die Ziele. Alle drei Standorte eint, dass es sich um relativ junge Stadionprojekte handelt. Das Chemnitzer Stadion wurde 2012 generalsaniert beziehungsweise umgebaut. Gleiches gilt für Offenbach, allerdings im Jahr 2016. Bei dem Jahnstadion in Regensburg aus dem Jahr 2015 handelt es sich hingegen um einen kompletten Neubau. Auch bei der Größenordnung der Stadien gibt es Parallelen zu dem geplanten Neubau in Oldenburg: In Chemnitz 15.000 Plätze zur Verfügung, in Regensburg 15.210 und in Offenbach 10.300 Sitz- und 10.200 Stehplätze. Die drei Stadien verfügen zudem über Ausbaureserven, was sich ebenfalls mit der Oldenburger Funktionalplanung vergleichen lässt.

Auch die Betriebsstrukturen und damit verbundene Herausforderungen wie Beihilfe und Finanzierung weisen Ähnlichkeiten auf. Weiterhin war es wichtig, Stadien für die Reise auszuwählen, die neben dem Fußballbetrieb zusätzlich als Event- und/oder Begegnungsstätte genutzt werden. Und nicht zuletzt sind die ansässigen Vereine beziehungsweise Ankermieter in ähnlichen Ligagefilden wie der VfB Oldenburg unterwegs: Chemnitz und Offenbach spielen aktuell in der vierten Fußballliga, Regensburg sogar in der 2. Bundesliga – war allerdings zum Entscheidungs- beziehungsweise Bauzeitpunkt noch in der vierten und dritten Liga unterwegs.

Für die Bereisung ist im jüngst beschlossen Wirtschaftsplan 2024 der Stadion Oldenburg GmbH & Co. KG ein Betrag von 5.500 EUR berücksichtigt.
 

Mit freundlichem Gruß
J ü r g e n K r o gm a n n